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Wasserstoff speichert alternative Stromenergie

Muenchen März 2013

Neues von der Messe

 

Die Speicherung von regenerativ erzeugtem Strom in Form von Wasserstoff ist Schwerpunktthema des Gemeinschaftsstandes Wasserstoff und Brennstoffzellen. Auf Europas größter Messeplattform dieser Art beteiligen sich 130 Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus über 20 Ländern, davon 25 erstmalig.

Technik von der Gasgewinnung bis zur Stromlieferung
15 Aussteller zeigen Technik, die das unstete Stromangebot aus Sonne und Wind in einen transportierbaren, speicherfähigen Energieträger umwandelt: Wasserstoff. Dieses umweltverträgliche Gas kann man zu synthetischem Erdgas weiterverarbeiten. Wasserstoff kann aber auch direkt, zum Beispiel in Brennstoffzellen mit Abwärmenutzung, zurückverstromt werden.

Auf 5.000 m² Fläche direkt neben dem Windenergie-Bereich in Halle 27 und zusätzlich auf 15.000 m² Freigelände wird die ganze Bandbreite der Wasserstofftechnologie gezeigt: Von der Herstellung bis zur Verwendung für die stationäre und mobile Stromlieferung durch Brennstoffzellen.

Brennstoffzellen-Elektroautos Probe fahren
Die Messebesucher können auf dem Freigelände direkt neben der Halle 27 Elektrofahrzeuge von Daimler, GM/Opel, Toyota und Honda Probe fahren. Im Gegensatz zu mit einer Batterie betriebenen Elektrofahrzeugen wird der Fahrstrom direkt in den Brennstoffzellen der Autos aus mitgeführtem Wasserstoff erzeugt.
Auf dem Freigelände führt Linde dreimal täglich vor, wie diese Autos mit Wasserstoff betankt werden. Dasselbe für Nutzfahrzeuge zeigt ITM Power mit einem Brennstoffzellenbus, der Besucher auf dem Messegelände transportiert. Das britische Unternehmen erzeugt den dafür benötigten Wasserstoff vor Ort durch Elektrolyse: Wasser wird mit elektrischem Strom in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten.

Strom und Wärme selbst gemacht mit der Brennstoffzelle im Keller
Die Initiative Brennstoffzelle (IBZ), in der Energieversorger und Heizungshersteller zusammenarbeiten, zeigt Brennstoffzellen-Heizgeräte. Diese ermöglichen, sich in einem Wohnhaus selbst mit Haushaltsstrom, Heizenergie und Warmwasser zu versorgen. Energetische Grundlage ist ein Erdgasanschluss – oder eine Wasserstoffquelle.

Wie aus Wasserstoff Erdgas oder Benzin wird
Kurz- und mittelfristig sind besonders Brennstoffe gefragt, die zur bereits bestehenden Infrastruktur – Erdgasnetz, Heizkessel, Gaskraftwerke, Kraftfahrzeuge – passen. Erdgas sowie Benzin und Dieselkraftstoff sind solche Brennstoffe, doch wie kann man diese synthetisch mit Strom zum Beispiel aus Wind und Sonne herstellen?

Der Aussteller ZSW (Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg) ist am weltweit größten Power-to-Gas-Projekt beteiligt: In Niedersachsen wird im Sommer dieses Jahres eine Anlage fertiggestellt, die mit elektrischem Strom aus Wasser und Kohlendioxid genügend Methan, also synthetisches Erdgas, erzeugt, um damit 1.500 Mittelklasse-Pkw zu betreiben.

Die Viessmann-Tochter Microbenergy zeigt ein kostengünstiges Verfahren, welches ebenfalls aus Wasserstoff und Kohlendioxid synthetisches Erdgas macht, und zwar auf biologischem Weg: Mikroorganismen erledigen das bei Zimmertemperatur. Das Kohlendioxid darf sogar direkt aus einer Biogasanlage stammen, muss also nicht einmal besonders rein sein.
Sunfire ist der Name eines Unternehmens, dessen „Power-to-Liquid“-Anlage aus Kohlendioxid und Wasser mit Hilfe von elektrischem Strom den Grundstoff für die Benzin-, Diesel- oder Kerosinherstellung erzeugen kann. Das Verfahren liefert Kohlenwasserstoffe, aus denen in einer klassischen Raffinerie die begehrten Kraftstoffe gemacht werden können. In absehbarer Zeit soll der Wirkungsgrad so gesteigert werden, dass erstaunliche 70 % der eingesetzten elektrischen Energie im flüssigen Endprodukt gebunden sind.

Strom speichern in Großbatterien
NGK Insulators zeigt, wie Überschussstrom zum Beispiel aus Solar- und Windanlagen in Batterien gespeichert und bei Bedarf ins Netz eingespeist werden kann. Die Natrium-Schwefel-Batterien (NAS) von NGK tragen dadurch zur Netzstabilität bei, sie liefern eine elektrische Gesamtleistung im Megawatt-Bereich. NAS-Batterien des japanischen Herstellers sind bereits an über 150 Orten weltweit im Einsatz.

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